Metropol Remscheid

Posted by | Posted in Allgemein | Posted on 16-08-2011

Das erste Mal, dass meine Aufmerksamkeit auf das Kino Metropol in Remscheid fiel, war ein negativer Beitag aus dem WDR von der Aktuellen Stunde, der von einer Mutter berichtet, dessen behinderter Sohn (Down-Syndrom) nicht in das Kino durfte.

Link zum Video auf Facebook: Video.

Wenige Zeit später wurde auch ich in die Gruppe “Wir boykottieren das Remscheider Metropol” eingeladen. Zuerst dachte ich, dass es sich um eine einfache Spaßgruppe handelt, in der sich einfach über die Erfahrungen ausgetauscht wird. Doch nachdem nun auch weitere Zeitungen über diese Zumutung berichteten, fasste man wohl den Entschluss dagegen vorgehen zu müssen. Sodass sich die Initiatoren darum bemühten mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen. Dieser lies sich durch dieses Gespräch allerdings nicht beinflussen und stand zu seinem Standpunkt, das “schlechte” Publikum aus dem Kino zu verbannen. Inwieweit ein normales Kind unter schlechtes Publikum fallen soll, wurde indes nicht geklärt.

Da Herr Pickl (Kinobesitzer) sich weigerte etwas an seiner Einstellung zu seinen Kunden zu ändern, informierten die Initiatoren den Filmverleih NRW, Paramount Pictures Germany sowie Warner und Disney. (Interview bei Radio RSG)

Paramount Pictures lies durchblicken, dass Sie mit Herrn P. bereits in Goch schlechte Erfahrungen gemacht hätten und er von ihnen keine Filme mehr erwarten könne.

Zudem stieg die Facebook-Gruppe auf inzwischen 2000 Mitglieder an, um über das Thema zu referieren. Nun sah sich auch Herr Pickl in einer Zwangssituation, sodass dieser zu der Entscheidung gekommen war das Kino zu verkaufen.

Damit ist es aber nicht getan, Herr Pickl ist weiterhin Besitzer des Kinos und die Zukunft des Kinos bleibt weiterhin ungewiss.

Updates (17.08.2011):
Wie nun bekannt wurde führt das Kino einen Behindertentag ein, an dem eben diesen die Möglichkeit gegeben wird ins Kino zu gehen. Meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hierbei nur um eine PR-Aktion. Zudem geht es nicht nur um die Behandlung von behinderten Menschen, sondern um das allgemeine Verhalten von Herrn P., dass in der Vergangenheit wohl zu wünschen übrig lies. Die Formulierung, die auf der Homepage gewählt wurde ist außerdem mehr als unglücklich. Behinderte brauchen keinen eigenen Tag, wollen meistens keine extra Behandlung, sondern nur am normalen Leben teilhaben. Ein Behindertentag könnte eine Aktion sein, die nach hinten losgeht.
Auch das Filmvorführerforum beschäftigt sich seit einiger Zeit mit Herrn P. mit dem Thema “So führt man ein Kino richtig!“.
Radiomitschnitt Radio RSG 17.08.2011